…der eigentlich mit richtigem Namen Lutz
heißt.
Nachdem in den letzten Jahren der Vatertag meist mit
Gesichstlähmungen endete, entschlossen wir uns in diesem Jahr mit dem Rad das
Eichsfeld zu durchqueren, um gleichzeitig unsere Wochenendtour im Juni
vorzubereiten. Bereits um 06.30 Uhr klingelte der Wecker und pünktlich um
08:20 Uhr stand ich auf dem Bahnhof in Nordhausen.
Leider hatte der Zug 10 min Verspätung, weil irgendwelche Typen
in Auebiker Klamotten vergebens das Fahrradabteil der deutschen Bahn suchten.
In Heiligenstadt angekommen fuhren wir auf dem Leineradweg
über die Rusteburg nach Arenshausen, Bornhagen und hoch zur Burg
Hanstein. Weiter ging es hoch zur Teufelskanzel und als ich dort vom Rad
abstieg, hing nur noch die Tasche von meinem GPS-Gerät am Lenker, das Gerät
selber war verschwunden ! Aus der wunderschönen Radtour wurde binnen Sekunden
ein Alptraum. Ich fuhr die Strecke zwischen Teufelskanzel und Hahnstein 4 mal
ab, aber ich fand nichts. Ich fragte Kinder, Wanderer, besoffene Jugendliche,
Pferde, Kühe, Panzer, Schiffe, Kampfhubschrauberbesitzer aber niemand hatte das
Gerät gefunden.
Als mir dann Lutz entgegenkam und ich meinen Blick bereits
resignierend zu Boden senkte, gab es ein Schlüsselerlebnis wie es eben halt nur
im Eichsfeld passieren konnte.
Ein älteres Ehepaar fragte was los sei, Lutz
erzählte die Geschichte und der Mann antwortete : ,,geht hoch zur Gaststätte, fragt dort die Leute und hinterlasst Eure Telefonnummer ! Und wenn gar nichts hilft, betet zum heiligen Antonius der wird Euch helfen !“
Wer jetzt denkt das war Spaß, nein der Wanderer hat es völlig
ernst gemeint.
Wir fuhren zurück zur Teufelskanzel wo bereits Achim mit
einer Bratwurst auf mich wartete.
Der Hunger war mir vergangen, ich
setzte mich ins Gras und Lutz befolgte eisern den Rat des alten Herrn, ging hoch
zur Gastwirtschaft, befragte dort die Leute und hinterließ seine Telefonnummer beim Gastwirt.
Plötzlich rannte der heilige Lutz-Antonius, wie von einem
Schwarm Bienen verfolgt, den Berg hinunter und schrie ,,ich hab´s, ich hab´s, ich
hab´s“ , der Mann mit dem Hund da oben hat es gefunden ! Ein Wahnsinn, ich rannte
hoch zu diesem ehrlichen netten Mann aus Winzigerode und bedankte mich von ganzen
Herzen.
Es gibt halt wirklich noch ehrliche
Menschen auf dieser Welt und ich glaube im Eichsfeld leben davon die Meisten
!
Nach der nichtgenommen Mittagspause (Strafe muss sein), ging
es durch den Wald nach Wahlhausen, hoch nach Vaterode, hoch nach
Wüstheuterode, hoch, hoch, hoch und wir stellten fest, das
Eichsfeld ist Fluch und Segen zugleich ! Fluch deshalb weil es nur bergauf geht
und Segen da die Menschen, die Dörfer, die Städte und die Landschaften einmalig
und wunderschön sind !
Lutz und sein Damenrad des Grauens bezwangen die Berge mit
Kette äußerst rechts, Sprinter-Achim dehydrierte, Volker verfluchte seine eigene
Tourenzusammenstellung und meine Knie und Gertrud das Eingangrad quietschen im Takt als
seien wir bereits 1000 km unterwegs gewesen.
Irgendwann spät am Nachmittag saßen wir dann endlich völlig fertig
in einem Café in Heiligenstadt und gönnten uns unser erstes Vatertagsbier
!
Und die Moral von der Geschicht, GPS Geräte und Achims
verliert man im Eichsfeld nicht !
Euch Allen eine schöne Woche !
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