Freitag, 4. Juni 2010

Auebiker-Pfingstmontagskyffhäusertrailtour

(Trailmeister Peter erzählt)

Am Sonntag waren wir schon bei fast strahlendem Sonnenschein mit Freunden im Kyffhäuser wandern und ich konnte sehen, dass einer der spannendsten Trails in hervorragendem Zustand ist.
Montagmorgen, ich will wie Stephan und Andreas mit dem Rad zum Treffpunkt fahren. Die beiden fahren mit dem Zug bis Nordhausen und von dort mit dem Bike direkt zum Parkplatz am Stausee. Es ist kurz vor neun, ich muss jetzt los. Es regnet, kräftig sogar. Die Wetterprognosen von t-online treffen voll ins Schwarze. In lauter Verzweiflung packe ich das Bike ins Auto, dabei werde ich klitschnass. Werden wir uns doch nur in eine Kneipe setzen und Frustschaumbrause trinken? Lutz rufe ich gar nicht erst an.
Auf der Autobahn haben die Scheibenwischer ordentlich zu tun und am Horizont ist nichts von Entspannung zu sehen. Nun von der Autobahn runter, durch Roßla und dann zum Stausee. Was ist das? Hinter dem Ortsausgangsschild pupstrockene Straße. Meine versteinerte Mine geht zum permanenten Dauergrinsen über. Hinter dem Kyffhäuser sogar eine Fleck blauer Himmel. Kaum zu glauben.
Am Treffpunkt sehe ich Lutz schon mit dem Bike Aufwärmrunden drehen. Nach und nach treffen alle ein, bis wir zu zehnt sind und es geht los.
Heute wartet eine Überraschung auf uns, ich weiß es. Natürlich ein neuer, bisher nicht gefahrener Trail. Lutz hat ihn entdeckt und drei von uns haben vor einigen Tagen mit angepackt, Bäume, Äste und Laub aus der Fahrspur zu räumen.
Erst einmal fahren wir auf der Straße zum Huflar und dann auf den Rennweg. Nach fast 300 Hm ist es soweit, Erstbefahrung. Es ist für alle schwierig, denn der Untergrund ist von den letzten Regentagen noch zu rutschig. Ich denke jeder kann das Spaßpotential erahnen wenn der Untergrund griffiger ist.



Auf einer breiten Forststraße geht es bergauf zur Rothenburg. Bis wir aber den schönen Ausblick genießen können, habe ich den Fleiß gesetzt. Es geht nicht nur hinauf sondern wir wühlen uns auch durch hervorragend angefeuchtete rote Mountainbikertattooerde. Ich soll nachher alle Bikes wieder putzen, denn ich habe diesen Weg ausgesucht verkündet Matthias.



Der Blick von der Rothenburg ist auch nach dem 25. Mal immer noch schön und beeindruckend. Der Weg zum Kyffhäuserdenkmal ist in deutlich besserem Zustand als es der Regen der letzten Tage vermuten lies.
Da Lutz die spannenden und schönen Abschnitte ausgesucht hat, wissen die Meisten, dass es jetzt über eine Treppe geht, die sicherlich nicht jedermanns Sache ist.



Einer nach dem Anderen verschwindet hinter den Mauern und die noch Wartenden können nur hören ob alles gut gegangen ist. Kein scheppern ist zu vernehmen, ich lasse noch ein paar Wandertouristen durch und versuche mich zu konzentrieren. Jetzt kann ich los rollen. Bisher war an dieser Treppe immer absteigen für mich angesagt. Heute mache ich alles richtig, rolle langsam an die erste Stufe, ziehe nur wenig an der Bremse, gehe weit hinter den versenkten Sattel und denke nur lass es rollen. Zum ersten Mal habe ich es geschafft, alles ging gut.
Auf der Abfahrt ins Wolwedatal geht es schnell voran, den Trail zum Ententeich fahre ich auch immer wieder gern. Gleich am Anfang die steile Rampe, verlangt schon einiges ab.
Am Dreiforstenstein halten wir kurz, damit Lutz die Richtung anzeigen kann. Alle genießen den Speed in Richtung Rathsfeld. Jeder der schon mal hier dabei war, weiß, dass jetzt Flow und Wurzeln ein Dauergrinsen in unsere Gesichter schütteln. Die zusätzliche Schleife, durch die uns Lutz führt, verlängert diesen fantastischen Traum.
Unten an der Straße warten wir bis keine Motorräder zu hören sind und strampeln auf diesem nicht mit ausladenden Kurven geizenden Anstieg, leichter als jeder dachte, hinauf.
Jeder hat seine persönlichen Favoriten. Das ist meiner. Der flowigste Trail des Kyffhäusers. Speed, absoluter Singletrail, Flow und richtig schöne Ausblicke wechseln sich ab. 1750 m Spaß bergab.



Auf dem Geopfad strampeln wir wieder bergauf um auf den Weg zur Barbarossahöhle zu kommen. Da der Untergrund heute wegen der Feuchte schwer ist, meinen die meisten es sei bisher nur aufwärts gegangen.
Der Baumslalom zur Höhle fordert immer höchste Konzentration, denn anders als beim Fahren auf Schnee sind unsere Stangen stark verwurzelt und äußert unnachgiebig. Alle zirkeln mit Spaß und ohne Vorkommnisse um die Hindernisse herum.
Eine Thüringer Bratwurst ist für die meisten Pflicht an der Gaststätte. Auf der Straße nach Steinthaleben können wir dann durch gleichmäßige Bewegungen das Essen in unseren Hosen verteilen.
Die erst gemächliche Forststraße zum Kulpenberg hinauf entwickelt sich zum Ende hin immer mehr zu einer fiesen Rampe, denn sie wird immer steiler. Auf ausgewiesenen Wegen fahren wir zum Brockenblick.



Jedem wird jetzt klar, was wir für ein sagenhaftes Glück mit dem Wetter haben. Der Blick zum Brocken ist wegen tiefdunkler Regenwolken nicht möglich. Auch den Auerberg erkennen nur noch wenige.



Keiner von uns will jetzt dort sein. Der Wind wird so kräftig, als wolle er unseren Gedanken noch eine dramatischere Note geben. So nach dem Motto das könnt ihr auch haben. Also treibt uns Lutz mit Eile zum letzten Highlight des Tages. Noch ein letzter anspruchsvoller, geiler Trail. An der schwierigsten Stelle passe ich neben einigen wenigen dann doch und schiebe 4 m bergab. Die Tour hat Tribut verlangt und ich bin nicht mehr frisch genug für diese Herausforderung. Vielleicht das nächste Mal.
Jetzt wo wir vom Berg wieder runtergekommen sind, treffen uns auch ein paar Regentropfen. Schnell bedanken wir uns bei Lutz für die Hammertour um schnell zum Parkplatz zu kommen und wieder heim zu fahren.

47 km
Ca. 4 h Nettofahrzeit
1300 Hm
Viele Trails

Alle Fotos hier in Andreas' Auebiker Ordner auf mbtb-news.de

Kommentare:

  1. Hammer Bericht, der Blog entwickelt sich zur Unsterblichkeit ;-)

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  2. ... das war natürlich mit Euch eine geile Tour - gerne wieder! Ja und wenn dann so tolle Momentaufnahmen von Ohmtroll und so´n feiner Text von unserem Johann Wolfgang (Peter) die Erinnerungen für die Ewigkeit konservieren, ist nichts mehr anzufügen.....

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