Montag, 16. Mai 2011

1.Etappe, auf den Spuren der Friedensfahrt

… oder die Geschichte wie ein Auebiker die erste Friedensfahrt auf dem Eingangrad gewann.

Begonnen hat alles am Freitag den 13 (natürlich - wann auch sonst) .
Bis um Mitternacht bepackte ich meinen Singlespeed Drahtesel mit den Utensilien für meine Tochter, meine Frau und mich, für das bevorstehende ADFC Friedensfahrt Wochenende. 
Schon bei der Testfahrt am Freitag verlor mein Vorderad durch das Gewicht auf dem Gepäckträger (gefühlte 450kg) den Bodenkontakt.
Naja egal, Samstag 5:30 Uhr raus aus den Federn, frühstücken und anschließend mit dem Rad nach Berga zum Bahnhof, wo um 07:50Uhr der Zug zum Treffpunkt nach Sangerhausen abfuhr.
In Sangerhausen erwartete uns bereits die 20 köpfige ADFC Meute, die den Sangerhäuser Bahnhof regelrecht belagerte.
Vor allem die schwarz, weiss, roten Auebiker Trikots schimmerten herrlich und voller Stolz in der Sonne.  
Weiter ging es per Zug nach Stassfurt, zum eigentlichen Startpunkt unserer Friedensfahrt-Tour.
  ,, Nehmen Sie sofort die Packtaschen ab ! “ rief die Schaffnerin im Befehlston. Sie meinte im übrigen die Packtaschen, die ich in ca. 4 Stunden am Tag zuvor am Rad befestigt hatte. Abgehandelt wurde das Thema wie in der Hornbach Werbung, nach alter Auebiker Manier ! (Bitte klicken)
Achim und Gerhard waren mir dabei behilflich, dafür vielen Dank ;-).
In Staßfurt angekommen erwartete uns ein ortsansässiger ADFC Tourenleiter, der uns von der Bode zur Saale führte. Vorbei an kleinen Ortschaften, Feldern und grünen Wiesen, durchkämmten wir bei herrlichem Sonnenschein die Landschaft.  

Kleine Stationen zwischendurch machten diese Tour sehr interessant. So konnten wir eine 650 Jahre alte Eiche und ein privates Schloss bestaunen.
An der alten Eiche packte Burkhard nach einem Wortgefecht schon die Kettensäge aus, weil Tourenleiter Dietrich die Jahresringe zählen wollte. Aber wir konnten die Beiden gerade noch zurückhalten. 
Nach 25km gab es in Calbe an der Saale dann auch die erste Panne und das Fahrerfeld der Friedensfahrt nutzte sofort diese Gelegenheit für eine ausgedehnte Mittagspause, um ihre Fitmessriegel in Form von Wurstbroten zu sich zu nehmen und im Brunnen zu baden . 



Weiter ging es zum Mittelpunkt von Sachsen-Anhalt wo meine Tochter Anna, mit ihren 9 Jahren die jüngste Teilnehmerin im Feld, für ein Fotoshooting Parade stehen musste. (Bild folgt noch)
Ab Barby erwartete uns ein weiterer ADFC - Tourenleiter der uns in den Ort Wespen zu einer kleinen Kirche führte. Diese Kirche war verschlossen !

Doch nicht lange, jemand hatte Mitleid und wir bekamen die Möglichkeit einer Besichtigung dieser herrlichen Schrotholzkirche in Wespen.
Nach 55km endete unsere Tagesetappe mit dem Zielsprint am Friedensfahrtmuseum in Kleinmühlingen wo uns Horst Schäfer (Gründer Friedensfahrtmuseum) und sein Team mit der Hymne der Friedensfahrt empfing.
Nach dem Kaffee wurde geduscht und das Quartier bezogen und im Anschluss gab es die Besichtigung des Friedensfahrt-Museums, dem für mich schönsten Erlebnis des Tages. Vor allem der Singlespeeder aus dem Jahre 1934 hatte es mir angetan. Das waren noch richtige Männer die mit Muskelkraft, nur einem Gang und dieser Übersetzung die Welt eroberten. Ich konnte mich nicht mehr trennen, erst als Horst mich fragte ob ich Werksspionage betreibe, wurde ich wieder wach.
Es gab Geschichten zum anfassen, Horst Schäfer erklärte mit Leib und Seele die Geschichte der Friedensfahrt.
Was ich nicht für möglich hielt war die Tatsache, dass 1952 die erste Friedensfahrt auf deutschem Boden ein Auebiker auf einem Schweizer Armeefahrrad gewann. Hierfür hatte Horst Schäfer eine extra Ecke mit dem Handsignierten Originaltrikot des Siegers eingerichtet.
Am Abend wurde gefeiert und jedesmal wenn Ellen lachte, rückte in Kleinmühlingen die Feuerwehr aus. :-)
Ein klasse Abend zurück in die Vergangenheit.

Die zweite Etappe von Kleinmühlingen nach Magdeburg demnächst hier !!!
Euer ALF

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