Montag, 1. August 2011

Mit dem Fahrrad des Grauens auf Tour des Grauens

Der ADFC Mansfeld-Südharz unternahm an diesem Wochenende eine Zweitagestour ins Leipziger Seenland. Mit dem Zug ging es nach Markkleeberg. Bei Abfahrt in Sangerhausen begann es zu regnen. Dieser Regen begleitete uns die gesamten 2 Tage und hörte erst pünktlich bei unserer Rückfahrt am Sonntag auf. Es gab jedenfalls viel Wasser von oben und unten zu sehen. Es gibt aber nicht nur „Schönwetterfahrer“, sondern auch Verrückte, die eine geplante Tour auch bei solchem Wetter durchführen.

Landschaftlich war es eine sehr schöne Tour! Am ersten Tag ging es am Markkleeberger, Störmthaler und Bockwitzer See vorbei über Frohburg, Kohren-Sahlis und Geithain nach Rochlitz.

Die Strecken waren sehr schlecht ausgeschildert. Die Tourenleiter waren sehr bemüht, die richtige Streckenführung herauszubekommen, was nicht immer einfach war. Dabei wurde oft der Kontakt zu Einheimischen gesucht, welche bei dem Mistwetter auch rar auf der Straße waren. Dadurch lernten wir etwas Sächsisch.

Lutz mit seinem GPS half und rettete uns oft vor Irrwegen. Als wir eine kleine Panne hatten, war Volker mit seiner Luftpumpe schnell zur Stelle. Bei der Drängelei wurde alles wieder schnell verpackt und die Fahrt fortgesetzt. Ohh welch ein Schreck, nach 4 km bemerkte unser „beliebter“ Schlussfahrer das Fehlen seines Rucksackes. Das Feld wurde gestoppt und in rasantem Tempo fuhr Volker die Strecke zurück. Erleichterung kam auf, er stand noch einsam im Regen, keiner hatte Interesse gezeigt Die Gruppe wurde schnell wieder erreicht und alle freuten sich, dass diese Geschichte so gut ausgegangen war. In Geithain trennten sich unsere Interessen, einige wollten lieber schnell in die JH und in trockene Sachen schlüpfen. Ein kleinerer Teil wollte aber ein halbstündiges Orgelkonzert in einer wunderschönen Kirche genießen

http://www.kirchenbezirk-rochlitz.de/pages/default/kirchenmusik.php?sel=musik

Die Führung durch die unterirdischen Gänge der Kirche ließen die Orgelfans aus, auch sie froren und waren durchnässt.

Da eine durchgängige Beschilderung der Strecke zur JH fehlte, erreichten beide Gruppen erst über Umwege unser Ziel, die Jugendherberge in Zassnitz bei Rochlitz.

Unser Herbergsvater hatte eigentlich nicht mehr mit uns gerechnet, bei diesem Sauwetter. Aber wir in Sachsen-Anhalt sind nicht nur das Land der Frühaufsteher, sondern auch hart im Nehmen.

Mit dem Trocknen unserer gesamten Bekleidung und Ausrüstung gab es leider keine gute Lösung. Kein Trockenraum und die angestellten Heizkörper blieben auch fast kalt.

Nach dem Duschen, in trockenen Sachen, bei einem Bier sah die Welt wieder freundlich aus.

Es wurden viele Episoden von vergangenen Touren ausgetauscht, über die Gruppe der Auebiker gesprochen, aber auch Skat gekloppt.

Nachts wurde in den Gemeinschaftszimmern um die Wette geschnarcht, wohl dem, der einen tiefen Schlaf hatte.

Am nächsten Morgen der erste Blick zum Himmel, grau in grau und es regnete erneut.

Nach dem Frühstück in die klammen Klamotten, den Regenschutz angelegt und ab ging die Reise.

Die Magdeburger fuhren zum Rochlitzer Bahnhof und dann mit dem Zug in ihre Heimat.

Aber wir Sangerhäuser wollten wenigstens noch einige Kilometer mit dem Bike fahren.

Es sollte auf dem Mulderadweg, welcher leider auch nicht so toll ausgeschildert war, über Grimma und Wurzen nach Eilenburg gehen.

Unser Tourenleiter Hans, für viel Geld eingekauft, raufte sich über unsere Diskussionen oft die Haare, aber mit der Streckenführung hatte er so seine Probleme.

Es war eine Tour mit vielen Abfahrten. Am Ende des ersten Tages merkten die meisten, dass kaum noch Bremswirkung vorhanden war. Die Bremsen nutzten sich stark ab.

Ich als Fahrer des „Fahrrad des Grauens“ (Elektrobike) war am 2.Tag im Vorteil. Ich konnte die Motorbremse einsetzen. Soviel im negativen Bereich (Auflademodus) bin ich noch nie gefahren.

In Grimma hatten wir aber doch genug vom Regen, ein Abstecher zu der weggerissenen Brücke, dem Marktplatz, danach brachen wir die Tour ab.

Den Anstieg zum Bahnhof hinauf, wer hatte, zog sich dort noch trockene Bekleidung an, krank werden wollte doch auch keiner.

Ein Tip für alle Radfreunde: Regenbekleidung und Radtaschen sind bei Dauerregen nicht immer geeignet. Wechselwäsche extra noch in sichere Plastiktüten verstauen und immer eine Zeitung zum Schuhe ausstopfen mitnehmen. Man kann auch offene Schuhe tragen, bei denen das Wasser vorn rein und hinten wieder rausläuft (erspart das Füßewaschen!).

Die Bundesbahn ist auf die vielen Radfahrer nicht eingestellt, es gibt nicht genügend geräumige Fahrradabteile, bei schönerem Wetter hätte es erhebliche Probleme mit unserer Weiterfahrt im Gruppenverband gegeben.

Wir waren am Samstag 75 km und am Sonntag statt der geplanten 67 km nur 30 km unterwegs.

Ein heißes Bad und Glühwein mitten im Sommer weckten in uns wieder die Lebensgeister und tötete die Bazillen ab.
Die Auebiker lassen sich die Freude am Radfahren sowieso nicht verderben.

Sylvia

Kommentare:

  1. Ihr macht mich glücklich :-) Geiler Bericht Lutz, ich war quasi dabei und ich hoffe das die Auebiker Winterjacken den Regen wie versprochen abgehalten haben :-)
    Nico und ich starten am Donnerstag als Botschafter der Auebiker zu Schlaflos im Sattel in die Pfalz. Ich hoffe das es wenigstens dort trocken bleibt !!!
    Viele Grüße in das schöne Sangerhausen
    ALF

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  2. Klar, die Jacken sind wirklich Klasse. Müssen natürlich mal wieder imprägniert werden, aber das ist selbstverständlich. Euch wünschen wir viel Spaß und Erfolg bei SIS!!!

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