Freitag, 18. Oktober 2013

Donauradweg Passau - Wien


Nachdem der Präsi der Barbarossalandplage mich am 02.10.2013 einlud, am „Auebiker Blog“ mitzuwirken, habe ich am 07.10.2013 meinen ersten Beitrag „Plauer See“ eingestellt.

Nun möchte ich meinen zweiten Beitrag folgen lassen:

Ursprünglich hatte ich geplant, Mitte Juni 2013 den Elberadweg von Dresden nach Hamburg zu fahren. Noch zu Pfingsten, als wir zum Dixieland-Festival in Dresden weilten, zeigte ich meiner Frau, wo ich starten wollte. Dann aber kam die Flut und mein Vorhaben fiel, im wahrsten Sinne des Wortes, den Fluten zum Opfer.
Die Radtour nicht antreten zu können, war sicherlich das kleinere Übel. Als viel schlimmer empfand ich, dass viele Menschen nach der Hochwasserkatastrophe 2002 erneut betroffen waren. Da wir in Dresden Bekannte haben, hat es uns natürlich besonders berührt und wir waren gedanklich dort.

Auch die Donau hatte das schlimmste Hochwasser seit über 500 Jahren. Da wir bereits im September 2012 für August 2013 (07.08.2013 - 15.08.2013) den Klassiker Donauradweg Passau - Wien über einen Reiseveranstalter (Berge & Meer Touristik GmbH) gebucht hatten, sahen wir auch dieses Vorhaben weg schwimmen. Wir konnten uns einfach nicht vorstellen, dass die Realisierung der mehrtägigen Radtour möglich sein kann. Deshalb stellte ich an den Reiseveranstalter am 30.06.2013 eine schriftliche Anfrage, eine konkrete Aussage zu treffen, ob der Donauradweg zu befahren ist. Da der Reiseveranstalter einfach zu blöd war, auf meine schriftliche Anfrage eine Aussage zu treffen, vielleicht auch nicht wollte, habe ich mich regelmäßig auf den Internetseiten der bayrischen Tourismusverbände und des ADFC informiert.
Anfang August hatten wir dann Gewissheit, dass man regelrecht auf die Radtouristen wartet und so ein wirtschaftlicher Beitrag zur Minderung der großen Schäden geleistet wird.
Also fuhren wir, wenn auch mit gemischten Gefühlen, am 07.08.2013 nach Passau, natürlich mit unseren privaten Trekkingrädern im Gepäck. Dort angekommen und nach dem Check-in im Hotel, fuhren wir gleich eine Erkundungs-Rad-Tour zur Mündung Donau-Inn-Ilz.
                                                

In Passau konnte man kaum noch etwas von dem schlimmen Hochwasser sehen. Aber an den Fassaden vieler Häuser konnten wir sehen, wie hoch die Flut war. Mindestens das Erdgeschoss war noch unbenutzbar.                                         
 
 

1. Etappe: Passau - Schlögen

Am 08.08.2013 starteten wir dann zum Klassiker Passau - Wien.
 
 
Unsere gebuchte Leistung beinhaltete die Übernachtungen mit Frühstück, den täglichen Gepäcktransport von Hotel/Gasthof zu Hotel/Gasthof sowie die Rückfahrt von Wien nach Passau per Bus und Rücktransport der Fahrräder. Unsere Tagesetappen haben wir individuell geplant, da wir keinen Leithammel benötigen.
 
Wir fuhren in Passau über die Marienbrücke zum südlichen Donauufer. Zunächst fuhren wir bis Engelhartszell und besichtigten das dortige Trappistenkloster. Anschließend radelten wir zurück zur Kraftwerksbrücke und Schleuse Engelhartszell-Jochenstein, um zum nördlichen Ufer zu wechseln. Kurzzeitig waren wir wieder im befreundeten Ausland (Jochenstein in Bayern).                                   
Man muss wissen, dass es beidseitig der Donau einen Radweg gibt. Die nördliche Seite fuhren wir dann bis Schlögen. Gleich auf der ersten Etappe waren wir von der Schönheit der Fluss-Landschaft beeindruckt. In Schlögen angekommen, wechselten wir mit der Radfähre dann wieder zum Südufer. Dort war auch unsere erste Übernachtung. Nachdem wir unser Zimmer (das Gepäck war bereits da) bezogen und geduscht hatten, begannen wir den Aufstieg zum „Schlögner-Blick“, um das Panorama der Donauschlinge von oben zu genießen. Es war sehr mühsam, 1,5 km in 30 Minuten. Aber der Ausblick auf die berühmte „Schlögener Schlinge“ und die wunderschöne Landschaft entschädigt für alle Strapazen.
                                 
                                        
 
                                     
 

2. Etappe: Schlögen - Wilhering - Linz

Am nächsten Tag war unser Etappenziel die Stadt Linz. Bis Aschach konnten wir noch die schöne Landschaft der Donau-Aue genießen. Dann folgte bis Linz eine weniger schöne Landschaft. Wir bummelten dann abends noch durch die Stadt und sahen uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten, z. B. den Mariendom an. Dieser Dom ist die größte Kirche Österreichs (größer als der Stephansdom in Wien).
 

Nachdem uns bereits im letzten Viertel der Etappe einige Regenschauer den Schweiß vom Rücken spülten, goss es abends in Linz recht heftig. Aber der Regen verdarb uns nicht den Appetit.   
 

3. Etappe: Linz - St. Florian - Perg

Auf dieser Etappe machten wir einen Abstecher nach St. Florian und besichtigten das gleichnamige Augustiner-Chorherrenstift, was sich aber, außer dem Radeln, nicht wirklich lohnte. Anschließend statteten wir Enns, der ältesten Stadt Österreichs (1212 Stadterhebungsurkunde), einen Besuch ab. Auf der Weiterfahrt nahmen wir ein „Radfahrermittagessen“ ein.
                                                
 
Während dieser Etappe kann man auch die Gedenkstätte Mauthausen besichtigen.
Als wir abends in Perg eintrafen, waren wir froh, dass wir hier nur schlafen mussten. Es ist keine attraktive Stadt. Allerdings hatte unser Domizil einen sehr schönen Innenhof, in dem man abends in angenehmer Atmosphäre den Tag ausklingen lassen  konnte.
 

4. Etappe: Perg - Grein - Ybbs - Persenbeug - Leiben/Ebersdorf

Jetzt wurde es landschaftlich wieder sehr reizvoll und war, wie auf der 1. Etappe auch, Labsal für Augen und Seele.
                                               
 
Als äußerst positiv empfanden wir, dass es am Donauradweg keine amerikanische Kulturstiftung "McDonald“ gibt, sondern der Radfahrer in niveauvoller Umgebung und originellen „Radfahrerimbiss“, manchmal direkt am Donauufer, auch einen schmackhaften und frisch geräucherten „Donau-Hai“ genießen kann.
 
                                      

5. Etappe: Leiben/Ebersdorf - Melk - Krems

Diese Etappe hatte einige Höhepunkte zu bieten. Wir fuhren zunächst nach Melk, dem Tor zur Wachau. Unser Ziel war natürlich das zum UNESCO-Welterbe gehörende Benediktinerstift. Das Stift hat 1.365 Fenster, die Licht in die insgesamt 497 Räume bringen. Unsere Visite dauerte mehrere Stunden.
                                      
 
Nach der Besichtigung hätte ich mir in Melk fast ein neues Fahrrad gekauft. Leider war es unverkäuflich.            
 
Anschließend radelten wir durch die Wachau nach Krems. Diese Region ist für den Wachauer Wein bekannt, den wir natürlich zum Abendessen genossen.
 
 

6. Etappe: Krems - Wien

Die letzte Etappe war mit 82,8 km auch unsere längste. Sie führte uns auch durch Tulln, der Blumen- und Römerstadt. Übrigens wurde der letzte Musikantenstadl von dort übertragen.
In Greifenstein gaben die Radtouristen, die mit Leihrädern fuhren, ihre Räder ab und fuhren per Bahn nach Wien. Meine Frau und ich waren uns aber einig, dass wir mit unseren Privat-Rädern bis zum Hotel in Wien fahren. Als wir das Ortseingangsschild von Wien erreichten, war das ein erhebendes Gefühl.
 

In früheren Jahren, als wir in Wien die nach Entwürfen von Friedensreich Hundertwasser gestalteten Häuser besichtigten, waren wir stets mit dem Pkw dort. Jetzt fuhren wir erstmals mit dem Fahrrad durch Wien. Wir fuhren über die Reichsbrücke bis zum Hotel „Park Inn".


                                           

Abends fuhren wir mit der S-Bahn in das Zentrum, besichtigten wiederholt den Stephansdom, diverse andere Sehenswürdigkeiten und genossen auch ein schönes Fassbier. 
 
                                                                

                                    
                       
Am nächsten Tag ging es, planmäßig, mit dem Bus nach Passau zurück. Unsere Räder standen auf dem Anhänger.
                                        
 
Als wir wieder in Passau waren, hatten wir vom Radfahren noch nicht genug. Da wir eine zusätzliche Übernachtung in Passau gebucht hatten, checkten wir nach Ankunft im Hotel ein. Dann zogen wir unsere, nicht mehr ganz frischen, Radlersachen an und fuhren auf der südlichen Seite den Radweg am Inn weitere 45 km. Radfahren kann eben süchtig machen, lach. Insgesamt legten wir in diesen Tagen, laut Bike-Computer, 435,02 km zurück.
Am nächsten Tag, nach dem Frühstück, traten wir dann die Heimreise an. Es waren wunderschöne Tage, mit vielen unvergesslichen Eindrücken.
 

Kommentare:

  1. Schoener Beitrag. Erinnert mich an unseren ersten Radurlaub im Jahr 2000. Da haben wir dasselbe gemacht, auch mit Fruehstueck, Uebernachtung und Ruecktransport. Fanden es auch toll.
    Leider fehlt in Deinem Bericht am Ende die Gesamtkilometerzahl laut Bike-Computer. Ich denke, es waren etwa 350 km.

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    1. Stimmt!
      Den Bericht schrieb ich 1 Tag vor Antritt unserer Asienreise (Bericht folgt) und war gedanklich nicht mehr in Europa. Daher vergaß ich die gefahrenen Km (laut Bike-Computer) zu benennen. Es waren insgesamt 435,02 km, inklusive Innradweg.

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