Montag, 4. März 2013

1.Etappe - Pilgern, Fluchen, artig sein



Wer jetzt einen riesen Bericht erwartet in dem ich jede Kreuzung, jeden Waldweg und jeden Wutausbruch den wir ohnehin stündlich hatten beschreibe, den muss ich Euch leider enttäuschen. Wir wurden sowieso ständig gefragt warum wir mitten im Winter zu solch einem Abenteuer aufbrechen und mein Freund Andreas (genannt Zenti) wird mir recht geben, dass wir nie eine wirkliche Antwort darauf fanden.
In dem Flyer des Lutherwegs den ich irgenwann im Sommer durch Zufall in den Händen hielt stand geschrieben:

,,Manchmal müssen wir aufbrechen aus dem, was uns bindet, fesselt.
Manchmal müssen wir uns frei machen von dem, was uns täglich in seinen Bann zwingt.
Manchmal müssen wir neue Wege gehen, damit wir uns wiederfinden."

Vielleicht war es das, vielleicht aber auch einfach nur die sportliche Herausforderung, vielleicht auch eine Mischung aus Beiden, aber es war auch diesmal wieder eine Erfahrung fürs Leben und es war tatsächlich der langersehnte Ausbruch aus dem sich ständig drehenden Hamsterrad.
Dreieinhalb Tage für 360 km waren ohnehin eine Herausforderung für uns und dann kamen die perversen Wetterkapriolen, das belastende Gepäck, die ungeplanten Unterkünfte und die dürftige Wegbeschilderung hinzu. Ja man kann sagen es war Sport, harter Sport und zwischendurch war auch die Auseinandersetzung mit einem selbst, unser ständiger Begleiter.

1.Tag
Am Samstagnachmittag starteten wir nach getaner Arbeit in Brücken und hatten da schon mehr als 60 km vor uns die wir unbedingt vor Einbruch der Dunkelheit absolvieren mussten.
Unsere erste Pilgerstation führte uns auf das Schloss Mansfeld, wo wir nach einem kurzen Smalltalk mit dem Herbergsvater den ersten Stempel in unseren offiziellen Pilgerpass bekommen haben.
Überhaupt bleibt festzuhalten, dass die kirchlichen Einrichtungen uns mit offenen Armen empfingen (obwohl wir gar nicht so kirchlich sind) und alles was touristische Einrichtungen waren, da ging es nur um die Kohle!
In Luthers Sterbehaus wollte man uns sogar erst nach der Besichtigung des Museums den Stempel verabreichen, aber als es um die eigenen Überstunden ging, weil wir nämlich ziemlich spät dort eintrafen und ich androhte das wir jetzt 2 Stunden das Haus besichtigen, stempelte man uns promt den ganzen Pass voll.
Am ersten Abend übernachteten wir in einer Pilgerunterkunft im Kloster Helfta.
Total preiswert, nett und freundlich, mit einem Kreuz übern Bett und Fußbodenheizung, es war definitiv die beste Unterkunft unserer Tour.
Sehr empfehlenswert und die Bedingung für diese Unterkunft: Man muss zu Fuss oder per Bike ankommen, sonst wird man im Hotel nebenan untergebracht!
Am Abend gab es Klosterbier und Schnitzel,
also so eine richtig schmächtige Pilgermahlzeit ;-)
und dann ging es im Kloster ab in die Falle!

weitere Bilder zur Pilgerreise findet Ihr auf www.eingangblick.org !



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