Donnerstag, 21. Juni 2012

Zeitreise



Es gab schon viele Touren, die uns durch den Kyffhäuser geführt haben, aber an die ADFC Kyffhäusertour vom letzten Sonntag werden wir uns noch lange erinnern.
Für mich persönlich ist es diesmal auch sehr schwierig das Stück Zeitgeschichte in einem Beitrag unterzubringen, dass gebe ich ehrlich zu!
Punkt 09:30 Uhr traf ich mich mit Achim und Janiene am Parkplatz am Kelbraer Stausee, 
um auf der alten Bahnlinie der Kyffhäuser Kleinbahn, dem ADFC-Auebiker Konvoi aus Sangerhausen entgegen zu fahren.
Auf der Brückschen Heide kam uns dann endlich ADFC - Späher Volker entgegen, der uns am hölzernen Unterstand dingfest machte, um uns in alter Pioniers Manier mit dem ADFC Trupp zusammenzuführen!
Die Tour war dem ältesten Teilnehmer Eckard Kraska gewidmet. Eckard ist topfit, war am Sonntag ADFC-Tourenleiter und er feiert im Spätsommer seinen 80igsten Geburtstag. Er hatte den Wunsch als Tourenleiter ein Stück Heimatgeschichte an die Tourenteilnehmer zu vermitteln, denn Eckard hatte als 13 jähriger Junge das Kriegsende in Tilleda 1945 hautnah miterleben müssen. 

Unsere erste Station führte uns zu einem Grab auf dem Tilledaer Friedhof. 


Eckard berichtete, wie am 12.April 1945 amerikanische Panzer in Tilleda einrückten und die deutschen Soldaten auf Befehl und bis zum letzten Mann kämpfen mussten, obwohl die Lage aussichtslos gewesen sei. Das Massengrab bleibt bis heute die einzige Erinnerung an diese grausamen Ereignisse.
Im Anschluss an die Tatsachenbeschreibung ging es durch die Obstplantagen hinauf zum Fernsehturm. 


Es gab erste Ausfallerscheinungen, feste Muskeln, Speichel-aus-mund-ausläufe, Schiebepassagen und Weichei-beschimpfungen.
Am Fernsehturm angekommen, ging es über den Ententeich weiter auf dem Rennweg entlang in Richtung Bad F. und irgendwann fuhren wir querfeldein zur zweiten Station des Tages, einem Fliegergrab mitten im Kyffhäuserwald.
Wenn mich jetzt jemand fragen würde, wo das war, keine Ahnung, einfach querfeldein im Maiglöckchental irgendwo am Nordhang des Kyffhäusers.
Auch hier berichtete Eckard über die Geschehnisse 1945 und über die Entstehung bzw. Restaurierung der Gedenkstätte.


Nach einer kurzen Pause ging es dann weiter nach Steinthalleben, Dietrich erklärte den Quatsch, warum ein Student niemals Studierender heißen sollte 
und am Huflar bekam der Berggipfelsprint eine sogenannte Eigendynamik. 
Es bildete sich eine Spitzengruppe, bei der das weiße in den Augen bereits schon pink gefärbt war und diesmal nahm ich und Eingangrad Gerdrud den Kampf frühzeitig auf, um Windschattenachim ein Schnippchen zu schlagen! 
Er lies dann kurz darauf seinen Unmut über die Niederlage, an einen Schnippelkurven Autofahrer freien Lauf. 
Mit den Worten ,,Vollidiot, Arschkrampe, wenn ich Dich kriege du Vollpfostenautofahrer“ ... nahm er die Treppenstufen zur Seeblick-Terasse volley, 
um erst im Eingangsbereich der Gaststätte wieder zum Stehen zu kommen. 
Dafür erntete er kopfschüttelnde Gesten der Gaststättenbesucher.


Im Anschluss an die filmreife Vorführung gab es lecker Käffchen im Seeblick 
mit dem Zitat des Tages vom Rüdiger:
,,also Alf ich habe festgestellt, da wo ich bin … ist immer hinten "
…Zitat ende

In diesem Sinne
Euch ´ne schöne Zeit
ALF

1 Kommentar:

  1. Bin zwar auch zu jung, um einen Kommentar zu diesen schrecklichen Zeiten zu geben, aber Eckard hat es toll gemacht und Du hast auch wieder einen tollen Bericht formuliert, Alf.

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